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Homosexualität und die Bibel

Letzten Monat verbot der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika den Geschlechtsverkehr schwuler Partner im Bundesstaat Texas. Dem ungeachtet legalisierte Kanadas höchste gerichtliche Instanz die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Personen in Ontario (USA Today am 31.07.2003). Der US-Bundesstaat Vermont und einige europäische Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Schweden, Dänemark, Niederlande und Belgien, haben gleichgeschlechtlichen Paaren Ehe-ähnliche Rechte und Verantwortlichkeiten zugesichert (USA Today und Der Spiegel Online am 31.07.2003).

Am 31. Juli 2003 startete der Vatikan eine weltweite Kampagne gegen die sogenannten Homo-Ehen. Die "Kongregation für die Glaubenslehre" des Vatikans, die von dem deutschen Kardinal Josef Ratzinger geleitet wird, veröffentlichte ein 14-seitiges Dokument mit der ausdrücklichen Anerkennung von Papst Johannes Paul II., welches die Eheschließung von Gleichgeschlechtlichen mit scharfen Worten verurteilt. Dieses Vatikan-Dokument zeigt eine interessante Mischung von Wahrheit und Irrtum auf:

"Die Ehe ist nicht eine beliebige Gemeinschaft von menschlichen Personen. Sie wurde vom Schöpfer mit einer eigenen Natur sowie eigenen Wesenseigenschaften und Zielen begründet. Keine Ideologie kann dem menschlichen Geist die Gewissheit nehmen, dass es eine Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts gibt, die durch die gegenseitige persoenliche Hingabe, die ihnen eigen und ausschließlich ist, nach der Gemeinschaft ihrer Personen streben. [...] Zum einen wurde der Mensch, das Abbild Gottes, 'als Mann und Frau' geschaffen (Gen 1,27). Als Personen sind Mann und Frau einander gleich, in ihrem Mann- und Frausein ergänzen sie einander. [...] Es gibt keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. [...] Sie sind in keinem Fall zu billigen. Homosexuelle Beziehungen werden in der Heiligen Schrift als schwere Verirrungen verurteilt... (vgl. Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10). Dieses Urteil der Heiligen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an dieser Anomalie leiden, persönlich dafür verantwortlich sind, bezeugt aber, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. [...] Nach der Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise zu diskriminieren. Diese Personen sind wie andere Christen berufen, ein keusches Leben zu führen. Aber die homosexuelle Neigung ist objektiv ungeordnet, und homosexuelle Praktiken gehören zu den Sünden, die schwer gegen die Keuschheit verstoßen" (eigene Uebersetzung).

Es gab rasche Reaktionen mit unterschiedlichen Auffassungen auf dieses Vatikan-Dokument. So berichtete USA Today am 31.07.2003, dass Präsident Bush erklaerte, dass die Ehe von einem Mann und einer Frau geführt werden sollte. Er fügte hinzu, dass Anwälte des Weißen Hauses bereits nach einer Gesetzgebung suchten, die Schwulen und Lesben das Recht zur Heirat verweigern würde. Nichtsdestoweniger wendete sich Bush an die amerikanische Bevölkerung und rief zur Toleranz gegenüber Homosexuellen auf: "Ich denke, es ist für unsere Gesellschaft sehr wichtig, jedes Individuum zu respektieren und jederzeit willkommen zu heißen, stets ein einladendes Land zu sein." Bush wurde auch zu seiner Haltung gegenüber homosexuellen Personen befragt. "Ich denke unentwegt daran, dass wir alle Sünder sind, und ich warne jene, die versuchen, den Splitter aus den Augen ihres Nächsten zu ziehen, wenn sie einen Balken in ihren eigenen Augen haben," antwortete Bush, ein Bibelzitat umschreibend.

USA Today schrieb weiter: "Der Republikaner Jan Schakowsky, D-III., beschuldigte den Präsidenten in seinem Brief der Gleichsetzung von Homosexualität und Sünde: 'Nur weil Sie als Machthaber die Homosexualität nicht anerkennen, haben Sie nicht das Recht, solche Urteile zu fällen.’"

Nach Berichterstattung von Der Spiegel Online kritisierte Guido Westerwelle, Parteivorsitzender der Freien Demokratischen Partei Deutschlands (FDP), die Kampagne des Vatikans und ihr "Moralverständnis des 19. Jahrhunderts." Er bemerkte weiter, dass die gleichgeschlechtliche Partnerschaft "gesellschaftliche Realität [ist] und das darf nicht diskriminiert werden." Dabei betonte der Chef der Liberalen, dass es mit der Verständigung besser klappen wuerde, wenn die katholische Kirche mehr auf ihre gläubigen Anhänger hören würde.

Volker Beck, Politiker der Grünen, in der u. a. der Bundesaußenminister Deutschlands Mitglied ist, beschrieb das Papier der Glaubenskongregation des Vatikans als "ein Dokument engstirnigen Fanatismus’." Er erklärte: "Kardinal Ratzingers Anwendung seines Verständnisses von Sünde stammt aus dem Mittelalter und ist gänzlich undemokratisch." (USA Today, Der Spiegel Online).

Weitere Kritiken zu diesem Dokument kamen von der Grünen Partei aus dem überwiegend katholischen Österreich. Wie USA Today berichtete, ließ die Parteisprecherin Ulrike Lunacek in einer Erklärung verlautbaren: "Christliche Politiker sollten den Menschenrechtskonventionen mehr Beachtung schenken statt den altmodischen Überzeugungen des Vatikans. Diese und andere Ansichten, wie zum Beispiel das Verbot der Nutzung von Kondomen zur Vermeidung von AIDS, stehen in keinem Verhältnis zur Realität."

Es kann nicht bestritten werden, dass das Alte und das Neue Testament Homosexualität als eine Sünde deklarieren und es somit strengstens untersagen: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel" (3. Mose 18,22). Die homosexuelle Neigung muss überwunden werden. Mit Gottes Hilfe kann sie bewältigt werden, wie auch JEDE andere Sünde. Beachten wir Paulus’ Zitat in 1. Korinther 6,9-11:

"Oder wißt ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige [jene, die vorehelichen Geschlechtsverkehr haben] noch Götzendiener, Ehebrecher [jene, die außerehelichen Sex haben], Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind EINIGE VON EUCH gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den NAMEN DES HERRN JESUS CHRISTUS und durch den GEIST UNSERES GOTTES."

Wenn wir nicht von unseren schlechten Gewohnheiten ablassen und diese mit der Gerechtigkeit Gottes ersetzen, dann können wir nicht in das kommende Reich Gottes eintreten. Die Homosexualität ist sicherlich eine Suende, doch sie ist nur eine von vielen Sünden, die bereut und unterlassen werden muessen:

"Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und ALLE LÜGNER, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod." (Offenbarung 21,7.8).

Jene, die dies bewusst leugnen und sich mit Hass und Zorn nachhaltig und unwiderruflich weigern, ihr Verhalten zu bereuen, werden im feurigen Pfuhl enden und NICHT in das neue Jerusalem eintreten:

"Selig sind, die ihre Kleider waschen, daß sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt. Draußen sind die Hunde [vgl. Philipper 3,2] und die Zauberer und die Unzüchtigen [einschließlich Homosexuelle sowie Ehebrecher] und die Mörder und die Götzendiener und alle, die DIE LÜGE LIEBEN UND TUN" (Offenbarung 22,14.15).

Für einige ist es leicht, die Homosexualität als eine Sünde zu sehen, gleichzeitig können sie aber nicht verstehen, wie das Lügen oder das Morden (auch im Krieg) eine Sünde sein kann und gleichermaßen bereut werden muss. Gott nennt die Homosexualität ein Greuel. Lesen wir, was sonst noch in Gottes Augen ein Greuel ist:

"Diese sechs Dinge haßt der HERR, diese sieben sind ihm ein GREUEL: stolze Augen, falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das arge Ränke schmiedet, Füße, die behende sind, Schaden zu tun, ein falscher Zeuge, der frech LÜGEN redet, und wer Hader zwischen Brüdern anrichtet" (Sprüche 6,16-19).

Die Bibel lehrt klar und deutlich, dass JEDE Sünde, die wir nicht bereuen wollen, uns den Eingang in das Reich Gottes verwehrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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