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Editorial
von Norbert Link
Stärker als wir ahnen
Am Montag, dem 17. November 2003, wurde Arnold Schwarzenegger
feierlich in sein Amt als 38ster Gouverneur des Bundesstaates
Kalifornien eingeführt. In seiner Rede beschrieb er die wirtschaftlich
miserable Lage Kaliforniens mit Betonung auf den schlimmsten Haushaltsdefizit
und dem schlechtesten Geschäftsklima in den USA. Zugleich
bezeichnete er sich mit den Worten von John F. Kennedy als einen
"Idealisten ohne Illusionen." Er beschrieb das nun von
ihm regierte Kalifornien optimistisch "als den goldenen Traum
am Meer", wobei er einen Gedanken des ehemaligen Präsidenten
Ronald Reagan aufgriff, welcher einst von Amerika als "der
leuchtenden Stadt auf dem Hügel" gesprochen hatte.
Mit Anspielung auf den trostlosen Zustand Kaliforniens wandte
Gouverneur Schwarzenegger eine sehr interessante Lehre aus dem
Bodybuilding an. Er sagte: "Ich habe aus all den Jahren des
Gewichthebens und harten Trainings eines gelernt, wenn ich dachte,
alles aus mir herausgeholt zu haben: Ich habe gelernt, dass wir
immer stärker sind, als wir ahnen."
Als ich diese Worte hörte, musste ich über ihre geistliche
Bedeutung nachdenken. Im Leben haben wir viele Prüfungen
durchzustehen, auch wenn wir uns ihrer nicht gewachsen fühlen
und denken: "Bis hierher, und nicht weiter."
Um dies an einem Beispiel aus der Bibel aufzuzeigen: Auch Elia
brachte einmal für seine gewaltigen Probleme nicht die nötige
Kraft auf und war infolgedessen bereit zu sterben. Er sprach:
"Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele" (1. Könige
19,4). Jeremia wusste ebenfalls nicht, wie er die Schwierigkeiten
des Lebens meistern koennte, doch Gott zeigte ihm, dass er weit
mehr ertragen konnte, als er annahm. Gott sagt in Jeremia 12,5:
"Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern
zu gehen, wie wird es dir gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst?"
In Jeremia 15,20 faehrt er fort: "Denn ich mache dich für
dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider dich
streiten, sollen sie dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei
dir, daß ich dir helfe und dich errette, spricht der HERR."
Gott verspricht uns in 1. Korinther 10,13: "Bisher hat euch
nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der
euch nicht versuchen läßt über eure Kraft, sondern
macht, daß die Versuchung so ein Ende nimmt, daß ihrs
ertragen könnt."
Dies ist absolut wahr: Wir sind auf geistlicher Ebene immer stärker,
als wir zu meinen glauben. Aber diese Kraft des Weitermachens
haben wir nicht von uns aus -- wir müssen sie von Gott empfangen.
In Jesaja 40,29-31 heißt es: "Er gibt dem Müden
Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer
werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen;
aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie
auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und
nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden."
Wir müssen Gottes Kraft annehmen und anwenden. Dann werden
wir lernen, mit Problemen umzugehen und nicht aufzugeben. Dann
werden auch wir sagen können: "Aber in dem allen überwinden
wir weit durch den, der uns geliebt hat" (Römer 8,37).
Unsere Last wird uns leicht werden (vgl. Matthäus 11,28-30).
Sie ist nicht sinnlos, sondern sie hat einen Zweck: "[D]enn
unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine
ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit"
(2. Korinther 4,17).
Mit Gottes Hilfe sind wir so viel stärker, als wir jemals
gedacht hätten. In der Tat wird für uns nichts zu schwer
sein, wenn wir glauben, dass uns Gottes Kraft zur Seite steht
-- wenn wir die Kraft nutzen, die uns Gott bietet. Wir koennen
Mut aus den Worten Christi schöpfen, die in Matthäus
17,20 niedergeschrieben sind: "Denn wahrlich, ich sage euch:
Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen
zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und
euch wird nichts unmöglich sein."
Gouverneur Schwarzenegger steht einer enormen Herausforderung
zur Lösung der überwältigenden Probleme Kaliforniens
gegenüber. Er hat erkannt, dass er es alleine nicht schaffen
kann und die Hilfe aller Kalifornier benötigt. Die Zeit wird
kommen, in der wir alle dazu aufgefordert werden, unsere zertrümmerten
Städte und zerstörten Länder wieder aufzubauen.
Heute werden die Vorbereitungen für diese kommenden Ereignisse
getroffen. Nun ist es an der Zeit, unsere Ängste und Enttäuschungen
zu verarbeiten, unseren Problemen die Stirn zu bieten und unsere
Prüfungen zu bestehen. Auf uns gestellt, können wir
dies nicht erreichen. Wir bedürfen der Hilfe Gottes für
diese herausfordernden Aufgaben. Wenn wir versucht sind, das Handtuch
zu werfen, sollten wir uns daran erinnern, dass für wahre
Christen, die "in der Kraft Gottes des HERRN" (Psalm
71,16) einhergehen, keine Versuchung und kein Test zu schwierig
sind. Schließlich werden wir an uns selbst erfahren, dass
wir viel stärker sind, als wir geahnt haben.
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