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Europa und Amerika treiben auseinander
So lautete der Titel eines am 5. Mai 2004 erschienenen Artikels
der The San Diego Union Tribune -- noch bevor die jüngsten
Verbrechen im Irak die Runde machten. Dabei berichtete die Zeitung
von der Aufnahme zehn weiterer europäischer Staaten in die
EU am 1. Mai 2004: "Die amerikanischen Medien maßen
dem lediglich eine bescheidene Aufmerksamkeit bei, es war keine
große Sache. In Europa hingegen war es ein riesiges Ereignis."
Der Bericht fuhr fort: "Doch auch die Opposition in den Vereinigten
Staaten lenkt von Europas eigentlichen Problemen ab. Da besteht
ein zunehmender Zusammenhang zwischen großzügigen Wohltätigkeitsleistungen
und geringem Wirtschaftswachstum [...] Die neue Mitgliedschaft
der zehn Staaten erfolgte nur unter missgönnenden Bedingungen:
Die Wirtschaftshilfe und Agrarsubventionen wurden gekürzt,
die Einwanderungsrechte beschränkt. Die Wahrheit ist, dass
Europa zu schwach zum Führen und zu stolz zum Folgen ist."
Das mag im Moment vielleicht zutreffen, jedoch versteht Europa
diese Situation weitaus besser als die meisten Amerikaner es tun.
Die Europäer begreifen zwar, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt
zu schwach zum Führen sind, aber sie sind entschlossen, diese
Schwäche baldmöglichst zu bewältigen. Schon in
der Vergangenheit besaßen europäische Führer,
wie Karl der Große, Otto der Große, Karl V. von Habsburg,
Napoleon I. und III., Wilhelm IV., Mussolini und Hitler, eine
starke Überzeugung dessen, von "Gott" oder einer
"höheren Macht", oder vom "Schicksal"
nicht nur auserwählt, vielmehr gesegnet zu sein, eine führende
für sie vorherbestimmte Rolle einzunehmen. Heutzutage mag
eine solche Überzeugung bei vielen europäischen Regierungschefs
nicht vorhanden sein. Dies wird sich jedoch ändern.
Das "moderne" Europa entstammt dem antiken Rom. Als
das Römische Reich fiel, erlebte es mehrere "historische
Wiederauferstehungen." Im Mittelalter begründete Karl
der Große das "Heilige Römische Reich." Später,
unter der Herrschaft Otto des Großen, erhielt es einen Zusatz:
"Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation". In
der jüngeren Zeit behauptete Mussolini, das antike Römische
Reich wieder errichtet zu haben.
Am 30. April 2004 veröffentlichte Die Welt ein Interview
mit dem französischen Historiker Jacques Le Goff. Er erklärte,
dass das Wort "Europa" ursprünglich aus dem Griechischen
stammt. Es umfasste die Menschen des Römischen Reiches und
die so genannten "Barbaren". Die Osmanen nannten die
damaligen Europäer "Franken". Goff verdeutlichte
weiter, dass die Türkei -- historisch gesehen -- nicht zu
Europa gehört, sondern zum Orient. Im Mittelalter reisten
europäische Kaiser zur Krönung nach Rom. Sie besaßen
keine Reisepässe, die Oberschicht gebrauchte lediglich eine
gemeinsame Sprache, nämlich Latein. Es machte keinen Unterschied,
in welcher europäischen Stadt man studierte. Diesen heutigen
Gedanken "offener Grenzen" in Europa führte Goff
auf das Mittelalter zurück. Er folgerte: "Ich bin mit
Freude erfüllt, dass die Nachkommen des Karolingischen Reiches
(unter der Herrschaft Karl des Großen), Deutschland und
Frankreich, heute eine gewichtigere Rolle in Europa spielen."
In diesem Zusammenhang gewinnt ein Artikel der The San Diego
Union Tribune vom 1. Mai 2004 an besonderer Bedeutung. Dieser
erinnerte die Leser an die "historischen Wurzeln Europas":
"Ost- und Westeuropa waren für die längste Zeit
der Geschichte voneinander getrennt. Unter den Römern, Karl
dem Großen, dem Heiligen Römischen Reich, Napoleon
und Hitler wurden lediglich Teilgebiete durch Waffengewalt oder
aufgrund der Religion zusammen geführt. Doch niemals zuvor
haben sich Ost und West so friedlich und demokratisch verbündet,
wie es heute der Fall ist."
Des Weiteren machte der Bericht diese interessante Bemerkung:
"Was aus dem neuen 25-Staaten-Bündnis werden wird, bleibt
ungewiss."
Jedoch beschreibt die Bibel in bezeichnender Weise, was die Zukunft
für Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika bereithält.
Die Union Tribune erläuterte hierzu: "Welche neuen Probleme
sie auch mit sich bringt, Amerikaner sollten die aktuelle Erweiterung
begrüßen [...] Es war bislang die Politik jeder amerikanischen
Regierung eines halben Jahrhunderts, die europäische Einheit
zu unterstützen." Tatsächlich mag eine solche Politik
-- vom menschlichen Standpunkt gesehen -- Sinn machen. Aber die
Zukunft Europas und Amerikas wird nicht so verlaufen, wie es die
meisten Menschen erwarten. Einen gründlichen Einblick in
die Bestimmung beider Machtblöcke gewährt unsere kostenlose
Broschüre: "Deutschland in der Prophezeiung".
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