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Ist das Neue Testament antisemitisch?
Will man dem österreichischen Magazin "Profil"
Glauben schenken, so sind es die Bibel und hauptsächlich
Jesus Christus, Matthäus und Johannes, die am Antisemitismus
schuld sind. In ihrer April-Ausgabe behauptet das Magazin, dass
nur die Römer für den Tod Christi verantwortlich seien,
Johannes aber diese Tatsachen verfälschte und so die Juden
für den Tod mitschuldig machte. Das Blatt erklärt zudem,
dass besonders die Überlieferungen von Matthäus und
Johannes "problematisch" seien. Jesus sei mit offensichtlichem
Antisemitismus belastet, wenn er zu seiner Hörerschaft --
im Johannesevangelium -- sagt, dass sie "den Teufel zum Vater"
hätten. Ferner wird behauptet, dass Johannes dies schrieb,
als er nicht länger mehr als ein Jude angesehen werden wollte.
"Profil" betont, dass Jesus Christus keine Rolle im
Judentum spiele. Es wird auch behauptet, dass die Kreuzigung,
so wie sie in den Evangelien dargestellt ist, unglücklicherweise
den zentralen Hintergund für den christlichen Antisemitismus
darstelle und daher als die Wurzel des modernen Antisemitismus
anzusehen sei. Das Magazin fährt fort zu erklären, dass
einige jüdische Gelehrte eine abgeänderte Version der
Kreuzigung Christi präsentieren und dadurch Teile des Evangeliums
als ungenau und "widersprüchlich" ablehnen.
Im Hinblick auf gegenwärtige Bestrebungen, eine politisch
akkurate deutsche Bibelüberseztung zu erstellen (siehe unseren
Artikel "Wer ist Gott?"), können wir unsere deutschen
Leser nur dazu ermutigen, an ihren "traditionellen"
deutschen Übersetzungen festzuhalten und der Bibel zu glauben
-- und nicht etwa menschlichen Auslegungen, welche auf Hintergedanken
basieren. Sicherlich ist keine Übersetzung perfekt, doch
gibt es grundsätzlich genaue und richtige Übersetzungen
der Bibel, wie z. B. die revidierte Lutherbibel von 1984, die
revidierte Elberfelder-Bibel von 1987, die Bibel nach der revidierten
Übersetzung Menges von 1994 und die Zürcher Bibel.
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